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Matthias

Der Heilige Matthias:
Was wir ĂŒber ihn wissen

Aus dem Ökomenischen Heiligenlexikon:
Von Matthias gibt es wenig sichere Nachrichten; er kam nach der Himmelfahrt Christi durch das Los - auch Joseph Barsabbas stand zur Wahl - als NachrĂŒcker in das Apostelkollegium, um den Platz des Judas einzunehmen (Apostelgeschichte 1, 28).



Nach unsicheren Berichten stammte Matthias aus einer wohlhabenden Familie in Bethlehem; er habe Jesus in jungen Jahren kennen gelernt und zu den 70 JĂŒngern gehört, die Jesus zur VerkĂŒndigung des Reiches Gottes aussandte (Lukasevangelium 10, 1).

Matthias wirkte nach verschiedenen Legenden in JudĂ€a fĂŒr den Glauben, wurde wegen seiner Heilungen, Bekehrungen und gelehrten Predigten beim Hohen Rat verklagt, zum Tode verurteilt, gesteinigt und nach römischem Brauch mit dem Beil enthauptet.

Anderen Überlieferungen zufolge soll er in Griechenland oder im Kaukasus oder in Äthiopien den Glauben verkĂŒndet haben und im Jahr 63 zuerst gesteinigt, dann mit dem Beil erschlagen worden sein.

Einer Überlieferung zufolge soll ihn nach vorĂŒbergehender Blendung und wunderbarer Wiedererlangung des Augenlichts der Apostel Andreas aus den HĂ€nden von Menschenfressern gerettet haben, so dass er eines friedlichen Todes starb.

Schon im 2. Jahrhundert kursierte eine nur bruchstĂŒckhaft erhaltene Evangelienschrift unter seinem Namen.

Matthias‘ Reliquien sollen in Rom in S. Maria Maggiore bestattet worden, dann in Teilen mit UnterstĂŒtzung von Helena durch Bischof Agritius nach Trier gebracht worden sein; schriftliche Zeugnisse darĂŒber liegen erst aus dem 9. Jahrhundert vor.

Ein Matthias-Kult entfaltete sich in Trier seit der Wiederauffindung der zeitweise verschollenen Reliquien um 1050. Weitere Reliquien liegen in Pavia.

Die Leiden des hl. Apostels Matthias

Auf den Seiten der deutschen Diözese der russischen orthodoxen Kirche im Ausland findet man einen Beitrag ĂŒber das Leben und Sterben des Heiligen Matthias von Stefan v. Wachter.


Der hl. Apostel Matthias, der aus dem Stamm Juda hervorging, wurde in Bethlehem geboren. Von frĂŒher Jugend an begann er in Jerusalem unter der FĂŒhrung des hl. Simeon des GottesempfĂ€ngers die heiligen Schriften und das Gesetz Gottes zu erlernen. Von ihm wurde der hl. Matthias im Leben der Tugend unterwiesen: Er fĂŒhrte ein gottgefĂ€lliges Leben, indem er streng dem Weg folgte, der in den Geboten Gottes beschrieben ist.

Es kam die Zeit, als der Herr nach dem Verlauf von dreißig Jahren – vom Tag Seiner Geburt von der allerrreinsten Jungfrau Maria und nach der Annahme der Taufe von Johannes – sich der Welt zeigte: Er sammelte JĂŒnger und predigte das Kommen des Reiches Gottes, wĂ€hrend er gleichzeitig unzĂ€hlige Wunder und Zeichen tat.

Als der heilige Matthias die Lehre Christi hörte und Seine Wundertaten sah, wurde er von Liebe zu Ihm erfĂŒllt: Nachdem er die weltlichen Sorgen verlassen hatte, folgte er zusammen mit anderen SchĂŒlern (JĂŒngern) und dem Volk Christus nach und erfreute sich an der persönlichen Schau des fleischgewordenen Gottes und durch die unaussprechliche Freude Seiner Lehre.

Der Herr, dem die verborgensten Regungen des menschlichen Herzens offenbar sind, sah den Eifer und die Reinheit der Seele des hl. Matthias und erwĂ€hlte ihn nicht nur unter die Zahl Seiner JĂŒnger, sondern auch zum apostolischen Dienst.

Zuerst gehörte der heilige Matthias zur Schar der siebzig geringeren Apostel, von denen im Evangelium gesagt wird: „… der Herr erwĂ€hlte auch andere siebzig (JĂŒnger) und sandte sie jeweils zu zweien von Seinem Angesicht;“ nach den freiwilligen Leiden, der Auferstehung und der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus wurde der hl. Matthias zur Schar der zwölf Apostel hinzugefĂŒgt.

Nach dem Abfall des Judas vom Kreis der zwölf Apostel verlor Letzterer ( – da anstelle des Judas keiner erwĂ€hlt wurde – ) seine FĂŒlle (VollstĂ€ndigkeit) und damit auch die Berechtigung zum Tragen des Titels „Die Zwölf“.

Deshalb stand der oberste der Apostel, der hl. Petrus in der Versammlung der ersten Christen auf und wandte sich an die GlĂ€ubigen mit der Rede darĂŒber, daß sie an die Stelle des abgefallenen und zugrunde gegangenen Judas irgendjemanden von denen erwĂ€hlen mĂŒĂŸten, die die ganze Zeit mit den Aposteln zusammen gewesen waren wĂ€hrend der ganzen Zeit, als der Herr Jesus mit ihnen weilte, damit die Schar der von Ihm erwĂ€hlten zwölf engsten Apostel ganz und unverĂ€ndert sei.

Und sie stellten zwei auf, Joseph, genannt Barsabbas …. und Matthias, beteten und sagten : Du, o Herr, der Du die Herzen aller kennst, zeige an, wen von diesen beiden du erwĂ€hlt hast, daß er den Platz dieses Dienstes und Apostelamtes empfange, von dem Judas abgeirrt ist. ….. Und sie teilten ihnen Lose zu, und das Los fiel auf Matthias, und er wurde zu den elf Aposteln als der Zwöfte zugezĂ€hlt.

Diese ErwĂ€hlung wurde alsbald auch durch den Herrn bekrĂ€ftigt bei der Herabsendung des Hl. Geistes in Gestalt von flammenden Zungen. Denn der Heilige Geist ruhte (?) ebenso wie auf den ĂŒbrigen Aposteln auch auf dem hl. Matthias, indem er ihm mit den (anderen ) JĂŒngern des Herrn die gleiche Gnade gab.

Nach der Herabkunft des Hl. Geistes warfen die Apostel die Lose darĂŒber, wer von ihnen in welches Land gehen sollte zur VerkĂŒndigung des Evangeliums. Dem Hl. Matthias fiel gemĂ€ĂŸ dem Los JudĂ€a zu, wo er auch wirkte, indem er die StĂ€dte und Dörfer durchwanderte und frohbotschaftete von der in Christus Jesus fĂŒr die Welt erschienenen Rettung.

Er verkĂŒndete ĂŒbrigens nicht nur unter Juden sondern auch unter Heiden den Namen Christi. Die Überlieferung sagt, daß der hl. Matthias sich mit der Frohbotschaft Christi auch an die Bewohner Äthiopiens wandte und hier eine Vielzahl verschiedener Qualen erduldete: man schleifte ihn auf der Erde, schlug ihn, fesselte ihn an eine SĂ€ule, … … … doch da er von Christus gestĂ€rkt wurde, ertrug d. hl. Matthias die Qualen tapfer und mit Freude.

GemĂ€ĂŸ einigen Hinweisen verkĂŒndete d. hl. Matthias das Evangelium auch in Mazedonien, wo böswillige (ß) Griechen in dem Wunsch die Kraft der vom hl. Apostel verkĂŒndeten Lehre zu erproben, ihn festhielten und zwangen, ein Gift zu trinken, das den Menschen des Augenlichts beraubt: wer es austrank wurde blind.

Aber der hl. Matthias der das Gift im Namen Christi getrunken hatte, erlitt von ihm keinerlei Schaden, und er heilte sogar, die durch dieses Gift Erblindeten – es waren mehr als 250 Menschen- im Namen Christi.

Der Teufel, der eine solche Beschimpfung nicht ertrug, erschien den Heiden in Gestalt eines Kindes, das befahl, Matthias zu töten, da er die Verehrung der Götzen zunichte mache. Als sie aber den hl. Apostel fassen wollten, waren sie gezwungen (?), ihn drei Tage ohne Erfolg zu suchen: Der hl. Matthias war – obwohl er unter ihnen wandelte – unsichtbar fĂŒr sie.

Danach zeigte sich der hl. Apostel den ihn suchenden Heiden und ergab sich freiwillig in ihre HĂ€nde. Sie ergriffen ihn und sperrten ihn in ein GefĂ€ngnis, wo ihm DĂ€monen erschienen, die aus Wut gegen ihn mit den ZĂ€hnen knirschten; doch in der folgenden Nacht erschien ihm in einem großen Licht der Herr.

Er ermutigte (?) den hl. Matthias und befreite ihn von (seinen) Fesseln. Er öffnete die TĂŒren des GefĂ€ngnisses und ließ ihn frei. Der Tag brach an und der Apostel stellte sich wieder mitten unter dem Volk auf, um mit noch grĂ¶ĂŸerer Furchtlosigkeit den Namen Christi zu predigen.

Als aber einige, die in der VerhĂ€rtung ihres Herzens seiner Predigt nicht glaubten und in Zorn geraten waren, ihn mit ihren HĂ€nden ermorden wollten, da öffnete sich plötzlich die Erde und verschlang sie. Die ZurĂŒckgebliebenen aber erfaßte Entsetzen (gerieten in Schrecken). Sie bekehrten sich zu Christus und ließen sich taufen.

Danach kehrte der Apostel Christi sich wieder seiner Heimat JudĂ€a zu und bekehrte viele von den Söhnen Israels zum Herrn Jesus Christus, indem er ihnen das Wort Gottes verkĂŒndete und es durch Zeichen und Wunder bekrĂ€ftigte.

Durch den Namen Christi verlieh (gab) er Blinden wieder das Augenlicht (zurĂŒck), Tauben das Gehör, Gestorbenen (Sterbenden ?) das Leben, er richtete GelĂ€hmte auf, reinigte AussĂ€tzige und trieb DĂ€monen aus.

WĂ€hrend der hl. Matthias Moses einen Heiligen nannte und dazu aufrief die Gebote zu halten, die ihm von Gott auf den Steintafeln gegeben worden waren, lehrte er zu gleicher Zeit an Christus zu glauben.

Der von Mose in Zeichen und Vorausbildern vorherverkĂŒndet, und von den Propheten vorhergesagt worden war, Der von Gott Vater der Welt zur Rettung gesandt wurde und der Allreinen und Allunbefleckten Jungfrau geboren wurde. Dabei zeigte der hl. Matthias, daß alle Prophezeiungen ĂŒber Christus bereits bei dem gekommenen Messias in ErfĂŒllung gegangen sind.

Zu dieser Zeit war Anas der Hohepriester der Juden. Er haßte Christus und lĂ€sterte Seinen Namen. Er war ein Verfolger der Christen, der befohlen hatte, den hl. Apostel und Bruder des Herrn Jakob vom Dach des Tempels zu stoßen und ihn so zu ermorden.

Als nun der hl. Matthias GalilĂ€a durchzog und Christus den Sohn Gottes in den dortigen Synagogen predigte, ergriffen die aus Unglauben und Bosheit blinden Juden von gewaltigem Zorn erfĂŒllt den hl. Apostel und fĂŒhrten ihn nach Jerusalem zu dem erwĂ€hnten Hohepriester Anas.

Der Hohepriester, der den Rat (Synedrion) versammeln ließ und zum Gericht ĂŒber den hl. Apostel aufrief, wandte sich an die gewissenlose Versammlung mit den folgenden Worten:

„Die ganze Welt und die gegenwĂ€rtige Versammlung wissen, welchen Tadel sich unser Volk zugezogen hat, – und dies nicht aufgrund unserer Schuld, sondern aufgrund der VerfĂŒhrung einiger, die von uns ausgingen und aufgrund der unersĂ€ttlichen Gewinnsucht ??? der römischen Herrscher; es wĂ€re unstatthaft, diese Erfinder (EinfĂŒhrer) von neuen HĂ€resien auch nur zu erwĂ€hnen, die soviele Tausende des Volkes verfĂŒhrt haben; ihr wißt selbst wieviel von ihnen von römischen Soldaten erschlagen wurden; so starben die VerfĂŒhrer und die VerfĂŒhrten und bedeckten unseren Stamm (Geschlecht ) mit Schande. Solcherart sind die StammvĂ€ter der HĂ€resien: Judas, der GalilĂ€er und Theudas (??) der Zauberer. Mit ihrem Untergang verschwand auch die Erinnerung an sie. Doch unter allen Ă€hnlichen HĂ€retikern erstand der ErzhĂ€retiker Jesus von Nazareth: Er nannte Sich Sohn Gottes und Gott und erstaunte viele durch Seine zauberischen (?) Zeichen und Wunder, wĂ€hrend Er die Herzen anlockte und eine AbĂ€nderung des Gesetzes predigte. DafĂŒr empfing Er das Gericht nach dem Gesetz, welches Er lĂ€sterte. Und was soll man sagen? Wissen wir etwa nicht, daß das Gesetz Mose von Gott selbst gegeben wurde, daß es die Patriarchen und Propheten hielten, denen Gott die Kraft schenkte, solche Wunder zu tun, wie sie Jesus nicht tun konnte: Wer weiß nicht, daß Mose mit Gott sprach wie mit einem Menschen? Wer weiß nicht, daß Elias auf einem feurigen Wagen in das Paradies hinweggenommen wurde? Wer hörte nicht, daß der Gestorbene, der auf die toten Knochen von ElisĂ€us gelegt wurde, lebendig wurde? Auch andere GottgefĂ€llige vollbrachten (ĂŒberaus große) Wunder, dennoch wagt keiner von ihnen an eine solche Tat (Sache) wie Jesus – fĂŒr sich die Ehre Gottes in Anspruch zu nehmen und ein neues Gesetz zu errichten. Die Propheten, in denen der Hl. Geist wirkte, sprachen von Demut erfĂŒllt, Er dagegen sprach mit Hochmut Seine eigenen Erfindungen aus und gelangte bis zu einer solchen Verstandeslosigkeeit, daß er die Hohenpriester und FĂŒrsten vorwurfsvollem Tadel unterzog, die Schriftgelehrten und PharisĂ€er nannte er Heuchler. Tat etwa irgendeiner von den Propheten etwas derartiges ? Und gemĂ€ĂŸ Seinem Hochmut fand er das entsprechende Ende. Er empfing den Lohn fĂŒr Seine Taten. Oh, wenn nur Sein Andenken mit Ihm gestorben wĂ€re, und wenn nur Seine Lehre, die mit Ihm starb, niemand wiedererweckt hĂ€tte! Besonders betrĂŒblich ist, daß das Gotteshaus, die heilige Stadt und die Gesetze der VĂ€ter sich in der Knechtschaft der Römer befinden und es ist keiner da, der mitleidet, keiner, der den Schmerz mitfĂŒhlte und keiner, der Erlösung brĂ€chte; man zieht uns ohne Grund vor Gericht, wir aber ertragen es. Man betrĂŒgt (?) uns und wir geben eine schweigende Zustimmung; man beraubt uns und wir geben nicht einen Laut von uns. Und, was am allerbetrĂŒblichsten ist – die GalilĂ€er liefern uns in die HĂ€nde der Römer aus, indem sie uns ohne Scham des Mordes an Jesus als eines Unschuldigen beschuldigen. Es ist besser, diese wenigen GalilĂ€er zu vertilgen, als diesen heiligen Ort und unser ganzes Volk der Vernichtung durch die Römer preiszugeben. Von zwei Übeln muß man , – wenn es nicht möglich ist, beiden zu entgehen, das kleinere- das eher tragbare wĂ€hlen. Und dieser jetzt vor uns stehende SchĂŒler Jesu ist des Todes wĂŒrdig; aber – soll er erst bei sich selbst erwĂ€gen – wir entziehen nicht die Zeit zu Überlegung, denn nicht sein Verderben sondern seine Besserung wĂŒnschen wir – und aus zweien soll er eines erwĂ€hlen, – entweder, dem Gesetz, das von Gott durch Mose gegeben wurde, zu folgen, und so das Leben zu bewahren, oder sich einen Christen zu nennen und zu sterben.““

Der hl. Matthias sagte als Antwort auf dieses , indem er die HĂ€nde erhob: „MĂ€nner und BrĂŒder! Ich will nicht viel ĂŒber die Beschuldigung sprechen, die ihr gegen mich erhebt, – fĂŒr mich ist der Name eines Christen kein Vergehen sondern eine Ehre. Denn der Herr selbst spricht durch einen Propheten, daß in den letzten Tagen „meinen Knechten ein neuer Name gegeben wird“.

Der Erstpriester Anas fuhr auf: „Ist es etwa kein Verbrechen, das heilige Gesetz fĂŒr nichts zu halten, Gott nicht zu achten und auf leere ErzĂ€hlungen ĂŒber Zauberei zu hören?“

„Wenn ihr mich anhört, – antwortete der hl. Matthias,- werde ich euch erklĂ€ren, daß die von uns gepredigte Lehre keine Fabel und Zauberei ist, sondern die Wahrheit selbst, die schon lang durch das Gesetz bezeugt wird.“

Als der Erstpriester seine Zustimmung gab, öffnete der hl. Matthias seinen Mund und begann die alttestamentlichen Vor-bilder und Weissagungen ĂŒber Jesus Christus auszulegen, wie Gott den VorvĂ€tern Abraham, Isaak und Jakob das Versprechen gab, aus ihrem Stamm (Samen) einen Mann hervorzubringen, durch den alle Geschlechter der Erde gesegnet werden, von dem auch David in den Worten des Psalmes spricht: „es werden in Ihm gesegnet (alle Geschlechter der Erde), alle Völker preisen Ihn.“ – wie der nicht-verbrennende Dornbusch die Fleischwerdung Christi von der allerreinsten Jungfrau vorherbildete, ĂŒber die Jesaja vorhersagte: „Siehe, eine Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebĂ€ren und man wird seinen Namen nennen: Emmanuel – das bedeutet ‚mit uns ist Gott‘.

Auch Mose kĂŒndete von Christus vorher, indem er sagte: „ Einen Propheten aus deiner Mitte, aus deinen BrĂŒdern, wie mich wird der Herr dein Gott dir erstehen lassen – auf ihn hört.“ Er zeigt im voraus die freiwilligen Leiden des Erlösers, indem er …???(die Schlange auf das Holz erhob), worĂŒber auch Jesaja spricht: wie ein Schaf wurde er zur Schlachtbank gefĂŒhrt“ und „ Er wurde den ÜbeltĂ€tern zugerechnet“; der Prophet Jonas, der unversehrt aus dem Bauch des Fisches herauskam, war ein Vorausbild der „dreitĂ€gigen“ Auferstehung des Herrn.“ Die ausfĂŒhrlichen ErklĂ€rungen der alttestamentlichen BĂŒcher, die ĂŒber Christus Jesus sprachen , brachten Anas in Zorn, so daß er nicht aushielt und dem hl. Matthias sagte: „So erfrechst du dich also gegen das Gesetz anzutreten? Sind dir etwa nicht die Worte der Schrift bekannt: „wenn in deiner Mitte ein Prophet oder Traumseher auftritt und dir ein Zeichen oder Wunder angibt und diese Zeichen oder Wunder, das dieser dir ankĂŒndigt, auch wirklich eintrifft, er aber dabei spricht:„laßt uns anderen Göttern nachgehen – solchen die du noch nicht kennengelernt hast – und sie verehren! ……. Jener Prophet aber oder Traumseher soll getötet werden(“Deu/5.Mos3,2).

Der hl. Matthias antwortete: „Derjenige, von dem ich spreche ist nicht nur ein Prophet, sondern auch der Herr der Propheten. Er ist Gott, der Sohn Gottes, von dem Seine wahren Wunder Zeugnis ablegen; deswegen glaube ich auch an Ihn und hoffe, im Bekennen Seines allheiligen Namens nicht wankelmĂŒtig zu werden.“

„Wenn man dir Zeit zum Nachdenken gĂ€be, wĂŒrdest du bereuen?“ fragte der Hohepriester.

„Nie möge es geschehen, daß ich abtrĂŒnnig werde, von der Wahrheit, die ich schon gefunden habe, – antwortete der hl. Apostel. – „Ich glaube mit meinem ganzen Herzen und bekenne offen, daß Der von euch verworfene und zum Tod ĂŒbergebene Jesus von Nazaret der Sohn Gottes ist, der Einwesentliche und dem Vater Gleichewige, und daß ich Sein Apostel bin.“

Da verstopfte der Hohepriester sich die Ohren, knirschte mit den ZĂ€hnen und schrie: -„Er lĂ€stert, er lĂ€stert! Soll er das Gesetz anhören!“

Sogleich wurde das Buch des Gesetzes geöffnet und es wurde diejenige Stelle gelesen, wo geschrieben ist:““wer seinen Gott verleumdet (lĂ€stert), der soll seine SĂŒnde tragen (?) ……und der LĂ€sterer des Namens des Herrn muß sterben, mit Steinen soll ihn die ganze Gemeinschaft erschlagen, es soll ihn die ganze Gemeinschaft erschlagen, es soll ihn euer Auge nicht schonen, und so werdet ihr das Übel aus der Mitte (?) Israels entfernen (Lev 24,15-16).

Nach der Verlesung dieser Stelle sagte der Hohepriester dem Apostel Christi: „Deine Worte zeugen gegen dich (Legen Zeugnis ab…); dein Blut fĂ€llt auf dein Haupt.“

Danach verurteilte der Hohepriester den hl. Matthias zum Tod durch Steine; und man fĂŒhrte den Apostel zur Hinrichtung.

Als sie an den Ort kamen, der Bethlaskila genannt wird, das heißt Haus der Gesteinigten, sagte der hl. Matthias zu den ihn fĂŒhrenden Juden: „Ihr Heuchler, treffend sprach der Prophet David ĂŒber euch Ähnliche: „Sie machen Jagd auf die Seele des Gerechten und verurteilen unschuldiges Blut.“ (Ps. 93,21) Ebenso spricht auch der Prophet Hesekiel von einer solchen Art von Menschen die die Seelen töten, die nicht sterben sollten (Hes 13,19).

Nach diesen Worten des Apostels Christi legten zwei Zeugen – wie das Gesetz es forderte – ihre HĂ€nde auf sein Haupt und bezeugten, daß er Gott, das Gesetz und Mose gelĂ€stert habe; sie warfen die ersten Steine auf den hl. Matthias, wobei der letztere darum bat, daß diese ersten zwei Steine mit ihm begraben wĂŒrden als Zeugen seiner Leiden fĂŒr Christus.

Dann begannen auch die Übrigen, Steine zu werfen, um den hl. Apostel zu töten, und dieser ĂŒbergab – die HĂ€nde hebend – seine Seele dem Herrn.

Die gesetzlosen (verbrecherischen ) ??? fĂŒgten zur Peinigung auch noch die Verspottung: schon nach dem Tode des MĂ€rtyrers trennten sie ihm, um den Römern zu gefallen, mit einem Schwert nach römischer Art den Kopf ab, – gleichsam als wĂ€re der Apostel Christi ein Widersacher des Kaisers gewesen.

So -indem er den guten Kampf gekĂ€mpft hatte – vollendete der hl. Apostel Matthias seinen Lauf.

Die GÀubigen aber nahmen den Leib des Apostels und bereiteten ihm ein ehrbares BegrÀbnis, und brachten unserem Herrn Jesus Christus Danksagungen dar.

Ihm seien Ehre und Verherrlichung, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen
Stefan v. Wachter

Apostel – eine Begriffsbestimmung

Der Begriff Apostel stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Gesandter oder Sendbote.


Im VerstĂ€ndnis der christlichen Tradition ist ein Apostel jemand, der von Jesus Christus direkt als „Gesandter“ beauftragt worden ist. Die Bibel berichtet von Aposteln insbesondere in den Evangelien, sowie in der Apostelgeschichte.

Eine ausfĂŒhrliche Begriffsbestimmung im christlichen Sinne findet man in der freien EnzyklopĂ€die Wikipedia.

Hier wird auch deutlich, dass in den Evangelien der Apostelbegriff nicht immer einheitlich verwendet wird.

Zum einen wird er im engeren Sinne nur auf eine Auswahl aus den JĂŒngern Jesu angewendet, nĂ€mlich nur auf „die zwölf Apostel“ oder kurz „die Zwölf“.

An anderen Stellen wird der Apostelbegriff aber auch weiter gefasst, und zwar im wörtlichen Sinn (Gesandter). So spricht die Apostelgeschichte beispielsweise von den Aposteln Barnabas und Paulus, im Römerbrief lesen wir von den „angesehenen Aposteln“ Andronikus und Junias, und so weiter.

Eine Namensliste der zwölf Apostel finden wir in den Evangelien nur bei MatthĂ€us, Markus und Lukas, allerdings jeweils leicht unterschiedlich. Eine tabellarische GegenĂŒberstellung dieser drei Listen schafft hier etwas Klarheit.

DarĂŒber hinaus beschĂ€ftigt sich Wikipedia auch mit dem Apostelamt in der katholischen und der orthodoxen Kirche, sowie in den evangelischen, den apostolischen und in den mormonischen Kirchen.

Matthias Gedenktage

Kopftext


Textkörper

24. Februar: Katholisch (im Regionalkalender fĂŒr das deutsche Sprachgebiet)
Evangelisch und Anglikanisch

25. Februar: Katholisch und Evangelisch (in Schaltjahren)

04. MĂ€rz: Koptisch-orthodox und Äthiopisch-orthodox

07. Mai: Katholisch (im Lokalkalender des Bistums Trier: Fest der Wahl des Matthias zum Apostel)

14. Mai: Katholisch (im weltweit gĂŒltigen Allg. Römischen Kalender) und Anglikanisch

07. Juli: Armenisch-apostolisch-orthodox

18. Juli: Katholisch (im Lokalkalender des Bistums Trier:
Fest der ÜberfĂŒhrung der Gebeine des Matthias)

09. August: Griechisch-orthodox und Russisch-orthodox

16. Oktober: Armenisch-apostolisch[/expand]

Der Name »Matthias« – Bedeutung

Vielleicht hĂ€ngt die Verehrung und Beliebtheit des Apostels Matthias auch ein StĂŒck weit mit seinem Namen zusammen . »Matthias« ist aus dem hebrĂ€ischen abgeleitet und bedeutet im wörtlichen Sinne »von Jahwe gegeben« oder etwas freier ĂŒbersetzt »Geschenk Gottes«.
Die Namen Theodor und Dorothea bedeuten in griechischer Sprache ĂŒbrigens dasselbe. Der hebrĂ€ische Name »Mattitjah« wurde „grĂ€zisiert“, was soviel heißt, wie „nach griechischem Vorbild geformt“. Dadurch wurde er zu »Mattathias«. Aus diesem recht langen, viersilbigen Namen entwickelte sich schnell die dreisilbige Kurzform »Matthias« Matthias also ein Geschenk Gottes !

Matthias als Schutzpatron

Die große Verehrung und Beliebtheit des Apostels Matthias fĂŒhrte schnell dazu, dass man ihn zum Schutzpatron (Schutzheiligen) fĂŒr vielfĂ€ltige Anliegen, Angelegenheiten und BedĂŒrfnisse machte.

Ihn rief man bei Bedarf an und hoffte
auf seine Hilfe.

Noch heute bitten die Matthiaspilger auf
ihrer Wallfahrt kurz vor Trier:

„Heiliger Matthias, zu Dir kommen wir.
Deine FĂŒrbitte erflehen wir.“

Und auf dem RĂŒckweg:

„Heiliger Matthias, von Dir scheiden wir.
Auf Deine FĂŒrbitte vertrauen wir.“

Die vielfÀltigen Patronate des Heiligen:

Matthias als Schutzpatron der Matthias-Bruderschaften und der Diözese Trier.

Matthias als Schutzpatron von Goslar, Hannover und Hildesheim

Matthias als Schutzpatron der Bauhandwerker, Metzger, Schmiede, Schneider, Schreiner, Schweinehirten, Schulkinder, Zimmerleute, ZuckerbÀcker und der Selbsthilfegruppen der Alkoholiker in den USA.

Matthias als Schutzpatron gegen  Keuchhusten, Blattern, Pocken, eheliche Unfruchtbarkeit und Alkoholprobleme (USA)
Matthias als Schutzpatron zum Schulbeginn von Jungen

Durch Mundart, Sprachbeugungen, Lautverschiebungen usw. entstanden aus „Matthias“ im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Namensableitungen.

Die wichtigsten darunter sind: Mattias, Mattia, Matheis, Mathis, Matt, Mattes, Matti, Mattis, Mathew, Mathieu, Mats, Matous, Matwei und die
bayrischen und österreichischen Kurzformen: Hias, Hiasei, Hiesl

Der Hl. Matthias wird auf Abbildungen oft mit Buch oder Rolle und mit Marterwerkzeugen wie Beil, Schwert, Lanze, Hellebarde oder Steinen dargestellt.