Flat Preloader Icon

Fr├╝hjahrswallfahrt 2011

Neige das Ohr Deines Herzens

Die Pilgergruppe

1. BrudermeisterRolf Cla├čen
2. BrudermeisterinPetra Sch├╝rkens
Kreuztr├Ąger
Peter R├Âmer

Teilnehmer der Wallfahrt

Die Teilnehmer der Fr├╝hjahrswallfahrt 2011

NachnameVornameAnzahl Wallfahrten
Abrahams Manfred18
BendAxel8
BendHeinz14
Br├╝ggenGeorg6
Br├╝ggenPeter-Josef12
Br├╝ggenStefan5
B├╝dtsPeter29
BuntenbroichLydia9
Cla├čenRolf6
DreehsenRalf1
Dreim├╝llerMarion1
DrobnySigrid4
FrohnHildegard11
Fu├čbergerGabriele9
Fu├čbergerMarie-Luise9
GietzenHerbert2
G├ÂrgemannsThomas18
G├╝ntherBernd19
HambachMartina8
HambachReiner9
HeitzerAndrea13
HeitzerClaus3
HeitzerGertrud4
HeltenBirgit8
Hoegen-MichaelisBrigitte7
Kreuels Susanne25
LangenSilvia8
LudwigManfred8
L├╝pertzMia12
L├╝pertzWilli22
MetzerJosef24
MoersAngelika14
MoersUschi7
PeschMelanie2
PeschStefan4
PetersHans40
PillichMagdalene4
PoosIlse3
PrinzenClaudia8
PrinzenUli9
R├ÂmerPeter4
SandkaulenJosef1
SchaffrathMargret6
Schmidt-G├╝ntherAngelika8
SchmitzStephan27
SchmitzThomas24
SchmitzUlli5
Sch├╝rkensPetra16
StrunkRainer18
SzopinskiHeike2
WoltersAngela17
ZonsRenate20

Gedanken zum Jahreswort 

Neige das Ohr Deines Herzens! So lautet die Jahreslosung f├╝r das Pilgerjahr 2011.

Es handelt sich hierbei nicht, wie sonst ├╝blich, um einen Psalm oder eine Bibelstelle, sondern so hei├čt es in der Regel des Heiligen Benedikt, die die Grundausrichtung des benediktinischen Konvents bildet.

Diese ÔÇ×RegelÔÇť besteht eigentlich aus vielen einzelnen Regeln. Diese hatte Benedikt prim├Ąr f├╝r das Leben im Kloster verfasst. Sie sollte aber auch von jedermann angewendet werden k├Ânnen.

Das aller erste Wort der Regel des Benedikt lautet

ÔÇ×H├ÂreÔÇť.

F├╝r Benedikt war das ÔÇ×H├ÂrenÔÇť Grundlage aller Gemeinschaft und des Weges zu Gott.

Nach Benedikts Regel ist das gesamte Kloster als eine Schule f├╝r den Dienst des Herrn angelegt, als Ort, der in seinem Aufbau den Dialog zwischen Meister und Sch├╝ler f├Ârdern soll; und dabei kommt es f├╝r ihn entscheidend auf die F├Ąhigkeit des Zuh├Ârens an.

In jeden Augenblick des Tages mit jeder Faser unseres Seins hineinzuhorchen, ist eins der schwierigsten Dinge auf der Welt und ist dennoch lebensnotwendig, wenn wir den Gott, den wir suchen, wirklich finden wollen.

Verschlie├čen wir unser Ohr, werden wir h├Âchstwahrscheinlich an Gott vorbeigehen, ohne ihn ├╝berhaupt zu bemerken.

Deshalb ist das Ziel, mit dem ÔÇ×Ohr unseres HerzensÔÇť wahrzunehmen, Gottes Wort mit dem Herzen zu h├Âren; denn es ist nicht nur Botschaft, sondern Ereignis und Begegnung.

Ja. Gott redet zu uns. Das wird in der Bibel immer wieder bezeugt. Das k├Ânnen viele Christen bezeugen.

Er redet aber vielleicht nicht immer so, wie wir es erwarten.

Seine Stimme ist leise und verwechselbar. Gott redet zu Menschen, die h├Âren wollen, die seine N├Ąhe suchen. Und er redet auf vielf├Ąltige Weise.

Er spricht zu uns in der Stille, in der Natur, in der Gemeinschaft, beim Lesen der Bibel, durch andere Menschen, durch Predigten, in Zeiten der Anbetung, im Alltag.

Wirklich zuh├Âren kann man aber nur, wenn man selbst still ist. Wenn man sich ganz dem anderen zuwendet, ohne seine eigenen Gedanken in den Vordergrund zu stellen, und ohne sein eigenes Reden als Antwort bereits auf den Lippen zu haben. Und nur dann ist man vielleicht in der Lage, Gott zu h├Âren und sein Wort in den Alltag einflie├čen zu lassen, so, wie der Heilige Benedikt es sich vorgestellt hat. W├Ąhrend der Wallfahrt haben wir die Chance dazu. Wir haben die Chance, still zu werden, uns zu ├Âffnen und im Sinne Benedikts mit dem Ohr unseres Herzens zu h├Âren.

Bericht des Brudermeisters

Ich wei├č noch genau wie Renate Zons mich fragte, ob ich bei der Wallfahrt 2010 ihr j├╝ngster Brudermeister sein m├Âchte. Eigentlich h├Ątte ich sofort ÔÇ×JaÔÇť sagen k├Ânnen, denn den Wunsch irgendwann einmal Brudermeister zu sein, hatte ich eigentlich schon nach meiner ersten Wallfahrt im Jahre 2002.

Aber dass dieser Wunsch so schnell in Erf├╝llung gehen w├╝rde h├Ątte ich nicht gedacht.

1. Wallfahrtstag (Samstag, 28.05.2011) 
Am Samstag, dem 28.05.2011 ist es soweit. Samstagmorgen, 5 Uhr. 50 Pilgerinnen und Pilger m├Âchten mit meiner zweiten Brudermeisterin Petra, unserem Kreuztr├Ąger Peter und mir nach Trier gehen.

Wie schnell ist die Zeit vergangen zwischen der Frage von Renate und dem heutigen Tag. Nach einer intensiven Vorbereitungszeit von einem Jahr ist es nun an mir die Pilgergruppe nach Trier zu f├╝hren. Nerv├Âs? Und wie. In der Nacht vorher schlafen? Gar nicht dran zu denken. Wie wird ÔÇ×deineÔÇť Wallfahrt werden? Werden die Texte ankommen? Werden alle nach Trier und zur├╝ckkommen? Wird das Wetter mitspielen? Fragen ├╝ber Fragen die man sich als Brudermeister vor der Wallfahrt stellt.
 
Und los gehtÔÇÖs. Die Auszugsmesse beginnt und im n├Ąchsten Moment sind wir schon am Matthiasstein. Oh Gott. Wie schnell ging das denn jetzt? Passt zum ersten Tagesthema: Zeit. Als ich meinen Text vortrage, sp├╝re ich, dass ich immer noch ziemlich nerv├Âs bin. Ich habe das Gef├╝hl den Text nicht richtig zu lesen. Aber ein Blick in die Runde zeigt mir, dass dies wohl doch nicht so ist. Das gibt mir ein bisschen mehr Sicherheit.
 
Das Wetter zeigt sich von seiner freundlichen Seite und ├╝ber Wanlo, Holzweiler und Titz erreichen wir am Nachmittag den Johannesplatz in G├╝sten.

Wie bei den Wallfahrten vorher, sp├╝re ich hier zum ersten Mal so richtig die Strapazen der bis hier zur├╝ckgelegten Strecke.
 
Meinen Text ├╝ber den Jungen und den alten Mann in den Kriegsruinen kann ich nur mit M├╝he zu Ende bringen, denn er ber├╝hrt mich selber sehr. Aber auch in der Gruppe sehe ich einige, die den Tr├Ąnen nahe sind.
 
Nach Sophienh├Âhe, Kaffeepause und Auffahren an die Ruhr erreichen wir am Abend Mariaweiler. Alle sind platt. Der erste Tag mit ca. 50 Km ist schon ganz sch├Ân heftig.
 
An diesem Abend erf├╝llt mich pers├Ânlich ein gewisser Stolz, als einer der altgedienten Pilger mir auf die Schulter klopft und sagt: ÔÇ×Gut gemacht.ÔÇť Danach schmeckt das Bier doppelt so gut.
 
Als ich sp├Ąter in meinem Bett liege, wird mir bewusst: Gut, dass ich Petra und Peter habe. Die beiden sind mir nicht nur Hilfe, sondern auch Freunde. OK. Peter ist sowieso mein ├Ąltester Freund. Wir kennen uns von klein auf. Aber Petra ist es im Laufe der Vorbereitung auch geworden. Nicht umsonst sagen wir beide seit der Wallfahrt ÔÇ×gro├čer BruderÔÇť und ÔÇ×kleine SchwesterÔÇť zueinander. 
 
2. Wallfahrtstag (Sonntag, 29.05.2011)

Heute geht es von Mariaweiler zum Kloster Steinfeld. Beim Abmarsch am fr├╝hen Morgen ist es noch etwas frisch und der Himmel bew├Âlkt. Im Laufe des Tages wird sich dies aber ├Ąndern und wir werden noch viele Sonnenstunden haben.
 
Das Thema heute lautet ÔÇ×GemeinschaftÔÇť. Um diese zu st├Ąrken, verteile ich an der Rur ÔÇ×WunschzettelÔÇť, die bis zum Ende der Wallfahrt immer wieder untereinander getauscht werden sollen. Viele werden in den n├Ąchsten Tagen regen Gebrauch davon machen.

Am sp├Ąteren Vormittag gehen wir ein neues Wegst├╝ck. Von Berg ├╝ber Vlatten nach Hergarten. Da zu diesem Zeitpunkt die Sonne vom blauen Himmel scheint, ist der Weg ├╝ber Felder und Wiesen deutlich sch├Âner als der alte Weg ├╝ber die Landstrasse. Nach dem Mittag geht es weiter ├╝ber Voissel, wo eine Andacht in der kleinen, liebevoll renovierten Kirche stattfindet, nach S├Âtenich. Hier gibt es f├╝r den Rest der Strecke als kleinen Motivationsschub eine heitere Kurzgeschichte. Der kurz darauf folgende Aufstieg zum Kloster Steinfeld ist wie immer kurz und knackig. Ein paar Wenige w├Ąhlen den Weg au├čen herum, der nicht so steil ist. Doch ist dieser deutlich l├Ąnger und wir m├╝ssen etwas warten. Ist aber nicht so schlimm. Das gibt Gelegenheit zum durchatmen. Den Abend lassen wir in gem├╝tlicher Runde ausklingen.

Komisch. Das Thema Zeit war doch Gestern.
Aber wo ist Gestern und Heute geblieben? Tag Zwei – vorbei. 

3. Wallfahrtstag (Montag, 30.05.2011)

Wir starten unseren Weg nach B├╝desheim am fr├╝hen Morgen bereits bei strahlend blauem Himmel. Am Wahlener Bach stelle ich das Thema des Tages vor.

Es lautet: Liebe.

Am Kreuz der SMB Kall trage ich meinen Text vor, schaue w├Ąhrend dessen in einige Gesichter und erkenne, dass er vielen zu Herzen geht. Bei einigen sehe ich auch Tr├Ąnen. Dieser Anblick und der Text treiben mir fast selber die Tr├Ąnen in die Augen. Ich habe einen dicken Klo├č im Hals. Nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal.

Als wir weitergehen denke ich: Seltsam, obwohl ich die Texte selber ausgesucht und schon mehrfach gelesen habe, ber├╝hren mich einige beim Vortragen doch noch sehr. Es ist doch ganz anders einen solchen Text der Gruppe vorzutragen, wie alleine f├╝r sich oder seinem Partner vorzulesen.

Aber eigentlich ist das gerade das Sch├Âne daran. Auch in der Gruppe Emotionen zulassen und zeigen.

Dank des Wetters zeigt sich die Pilgerwaschanlage vor dem Bahnhof Blankenheim Wald von ihrer freundlichen Seite und fungiert als Schattenspender. Herrlich der weitere Weg durch die Wiesen zum ber├╝hmtber├╝chtigten ÔÇ×Dahlemer EmmerÔÇť, wo es Andreas leckere Nussecken gibt. Nach dem Mittag in J├╝nkerath geht es weiter nach Steffeln, von wo aus wir am Nachmittag einen neuen Wegabschnitt nach Oos gehen. Dieser Weg ├╝ber Felder, Wiesen und durch Wald ist wundersch├Ân und wir m├╝ssen nicht ├╝ber Landstrassen gehen. Dadurch entf├Ąllt aber auch die Pause an der Matthias-Kapelle ├╝ber Scheuern. Diese Rast findet jetzt am sogenannten ÔÇ×Drei-Wege-EckÔÇť statt. Doch auch diese Stelle hat ihren Reiz.

Als wir B├╝desheim erreichen, meine ich beim Abendessen die Erleichterung vieler durch die Stimmung im Speisesaal zu sp├╝ren. Wer bis hier kommt, kommt auch bis Trier, hei├čt es. Leider sollte sich herausstellen, dass dies nicht so sein wird. 

4. Wallfahrtstag (Dienstag, 31.05.2011)

P├╝nktlich mit dem Aufbruch in B├╝desheim Richtung Burg Ramstein beginnt es zu regnen. Mal mehr, mal weniger. Aber eher mehrÔÇŽ.

Am Helenabrunner Kreuz ├╝ber B├╝desheim kommt die erste heftig prasselnde Schauer auf uns herunter, gerade als ich das Tagesthema ÔÇ×VertrauenÔÇť vorstelle. Alle versuchen sich regenfest einzupacken.

Als wir bei Familie Becker eintreffen sind alle froh, dass sie trocken sitzen k├Ânnen, und der hei├če Kaffee tut ebenfalls gut.

Weiter geht es zum Kleinenbroicher Kreuz, wo wir die befreundeten Pilger der Aachener Weggemeinschaft treffen wollen. Auf dem Weg dorthin beginnt es st├Ąrker zu regnen. Da die meisten sich vermummt haben, trottet man vor sich hin. Lautes Rufen rei├čt mich aus meinem Trott. Das gibtÔÇÖs nicht! Ich bin glatt am Kleinenbroicher Kreuz vorbeigegangen. Peinlich, peinlich.

Einziger Trost: auch einige Altpilger haben es nicht bemerkt und sind mit mir am Kreuz vorbeigelaufen.

Unsere Aachener Freunde lassen auf sich warten. Der Regen aber nicht. W├Ąhrend wir einige Minuten sp├Ąter die Aachener begr├╝├čen regnet es immer kr├Ąftiger, und w├Ąhrend des Kreuzweges sch├╝ttet es aus Eimern. Messe am Neuwerker Kreuz? Geht gar nicht. Wir lassen sie dort ausfallen. Stattdessen nimmt das Fahrerteam Kontakt mir der K├╝sterin in Neuheilenbach auf und sorgt daf├╝r, dass wir in der dortigen Kirche unsere Messe halten k├Ânnen. Innerhalb k├╝rzester Zeit gleicht die Kirche einem Heerlager. ├ťberall Regenponchos, Jacken, Pullover, Schirme, Schuhe. Alles zum Trocknen aufgehangen oder hingestellt. 

Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb?) wird die Messe richtig sch├Ân. Dazu tr├Ągt auch die musikalische Unterst├╝tzung durch unseren Pilgerchor bei.

 ├ťber das Eisenm├Ąnnchen, Malberg (wo wir zu Mittag essen) und Meilbr├╝ck geht es nach Ittel zur Familie Schneider. Nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen gest├Ąrkt haben, bedanken wir uns mit dem Neuwerker Heimatlied in der neuen dreistrophigen ÔÇ×Mucki-VersionÔÇť.

Am Hexenbrunnen vor Kordel gibt es noch mal eine Pause. Zum Gl├╝ck halten die B├Ąume den wieder str├Âmenden Regen etwas ab.

Als wir Burg Ramstein erreichen, sind alle froh ins Trockene zu k├Ânnen und freuen sich auf eine hei├če Dusche.

Nach dem Abendessen, beim gem├╝tlichen Beisammensein im Cafe Wei├č, hat ÔÇ×TieneflitschÔÇť Uli alle H├Ąnde voll zu tun um diverse F├╝├če zu reparieren. Einige F├Ąlle sind so schwer, dass sogar der Einsatz von OP-Helfer Georg n├Âtig ist. Eine Patientin ├╝bersteht die Behandlung gar nur dank einer leichten ├Ârtlichen Mariacron – Bet├Ąubung.

Als ich an diesem Abend meine Mappe f├╝r den n├Ąchsten Tag vorbereite, kann ich kaum glauben, dass wir dann schon in Trier sein werden.

Das kann nicht sein. Wieso sind die Tage so schnell vorbei? Haben auf der Wallfahrt die Tage weniger Stunden wie normale Tage oder l├Ąuft die Zeit schneller? 

5. Wallfahrtstag (Mittwoch, 01.06.2011)

An diesem Morgen, bevor wir uns auf den Weg nach Trier machen, bricht leider eine Neu-Pilgerin die Wallfahrt ab. So kurz vor dem Ziel. Aber sie kann nicht mehr und f├Ąhrt nach Hause.

Auf unserem heutigen Weg lautet das Thema: ÔÇ×Zeichen ÔÇô wahrnehmenÔÇť.

Ein erstes Zeichen an diesem Tag setzt das Wetter, denn es hat sich wieder beruhigt. Kaum sind wir losgegangen, erreichen wir ├╝berÔÇÖ s Eifelkreuz auch schon das Schusterkreuz. Dort werden die Neupilger Marion Dreim├╝ller, Ralf Dreehsen und Josef Sandkaulen in die Bruderschaft aufgenommen.

Auch diesmal ist an dieser Stelle die Zeit wieder knapp (obwohl es nur drei Erstpilger sind) und wir m├╝ssen w├Ąhrend der anschlie├čenden Fotosession zum Aufbruch dr├Ąngen. Matthias und Pater Hubert warten nur ungern.

Bei strahlender Sonne erreichen wir St. Mattheis. Als wir durch das Tor auf den Hof einbiegen, werden wir nicht nur von Bruder Hubert, sondern auch von vielen Verwandten und Freunden begr├╝├čt. In diesem Augenblick erf├╝llt mich eine Mischung aus Gl├╝ck, Freude und Stolz. Aber auch ein bisschen Traurigkeit.

Denn: wir sind schon in Trier!

Als wir die Basilika betreten und das Orgelspiel einsetzt, kann ich meine Tr├Ąnen nicht mehr aufhalten.

Unter anderem dieser Moment war es wert, die M├╝hen und Anstrengungen als Brudermeister auf sich zu nehmen. Aber auch dort vorne zu stehen und zu beobachten, wie auch so manche Pilgerin und so mancher Pilger seinen Gef├╝hlen freien Lauf l├Ąsst.

Genau so soll es sein. Sch├Ân, dass es so viele gibt, denen es so geht.

Nat├╝rlich werden auch wieder die Erstpilger und Jubilare begl├╝ckw├╝nscht.

Jubilare in 2011 sind: Renate Zons, auf ihrer 20. Wallfahrt und Susanne Kreuels, die von Pater Hubert f├╝r ihre 25. Wallfahrt eine Kerze bekommt.

Etwas ganz Besonderes ist das Jubil├Ąum von Hans Peters. 40-mal hintereinander ist er zum Matthias-Grab in Trier gepilgert. Alle die in der Basilika sind, erweisen ihm die Ehre, stehen auf und klatschen sehr lange. Ehre wem Ehre geb├╝hrt.

Die Andacht in der Krypta ist f├╝r mich pers├Ânlich einer der H├Âhepunkte auf der Wallfahrt, denn die Stimmung dort unten ist immer etwas besonders. Vor allem als unser Pilgerchor Gospel singt. G├Ąnsehaut-Feeling.

Nach der Andacht geht es ins Hotel und der Nachmittag steht zur freien Verf├╝gung. Er wird von vielen genutzt um mit angereisten Verwandten und Bekannten ein Eis zu essen, Kaffee zu trinken oder im Schatten des Domes ein Glas Wein zu genie├čen. Nach einem tollen Abendessen verbringen wir einen gem├╝tlichen Abend und ich darf noch ein paar Ehrungen und Danksagungen vornehmen.

Wie so oft in Trier endet der Abend erst am fr├╝hen Morgen. 

6. Wallfahrtstag (Donnerstag, 02.06.2011)

Nachdem wir heute Morgen fast ausschlafen und ein f├╝rstliches Fr├╝hst├╝ck genie├čen konnten, geht es nachher wieder auf den Heimweg.

Unglaublich! 5 Tage sind schon vorbei.

Nach Hochamt in der Basilika, Auszugsandacht in der Marienkapelle und Gruppenbild vor dem Brunnen, verabschieden wir uns wie ├╝blich mit dem ÔÇ×Neuwerker HeimatliedÔÇť (diesmal mit allen 4 Strophen) und ÔÇ×Nach der HeimatÔÇť von St. Mattheis und unseren Verwandten und Freunden.

Es geht wieder zur Burg Ramstein.

Am Eifelkreuz ist die Stimmung recht locker. Zum Vatertag bekommen die M├Ąnner nicht nur ein St├Ąndchen von den Frauen gesungen, sondern auch noch ein kleines Geschenk f├╝r gl├Ąnzende Schuhe. Einige des Gesanges m├Ąchtige Pilgerinnen und Pilger brechen etwas fr├╝her auf wie die Gruppe.

Als etwas sp├Ąter alle anderen Pilger unterhalb der Genoveva-H├Âhle stehen, erklingt aus der H├Âhe das Lied ÔÇ×Vater, unser VaterÔÇť. F├╝r fast alle ein Moment der Stille und Besinnung.

Bei der Ankunft auf Burg Ramstein l├Ąsst das sch├Âne Wetter es zu, dass wir noch drau├čen auf der Terrasse ein Bierchen trinken k├Ânnen. Das haben wir uns auch verdient.

Der bunte Abend auf der Burg ist mal wieder eine lustige Angelegenheit. Die Stimmung kocht, als unter anderem Ernst ÔÇ×GeorgÔÇť Mosch, gemeinsam mit vier feschen Dirndltr├Ągerinnen, eine Auswahl volkst├╝mlicher Lieder pr├Ąsentiert. Nicht nur die Dirndl, sondern auch der dekorative Blumenschmuck, den die jungen Damen tragen, hat es einigen Herrn doch sehr angetan. 

7. Wallfahrtstag (Freitag, 03.06.2011)

Heute geht es zur├╝ck nach B├╝desheim.

Ein bisschen Wehmut erfasst mich schon, als wir an diesem Morgen losgehen. Aber der blaue Himmel und die Sonne wischen in den n├Ąchsten Stunden erstmal derartige Gedanken beiseite.

Der Aufstieg hinter Kordel, hoch nach Ittel, rei├čt die Gruppe ganz sch├Ân auseinander- das kennt man, ist ja eigentlich immer so. Nur, dass diesmal der erste Brudermeister mit einigen Pilgern als einer der Letzten ankommt. Aber das ist eine andere GeschichteÔÇŽ

In Meilbr├╝ck am Bildstock warten wir, bis der Bus uns zum Mittagessen nach Malberg bringt. Von dort gehtÔÇÖ s weiter zum Eisenm├Ąnnchen und zum Neuwerker Kreuz. Hier halten wir eine Andacht, die Petra vorbereitet hat. Diejenigen, die w├Ąhrend der Andacht in der Sonne sitzen, kommen ganz sch├Ân ins Schwitzen, so warm ist es.

Nach der Kaffeepause in Wei├čenseifen geht Petra vorne und f├╝hrt die Gruppe. Ich lasse mich zur├╝ckfallen und bitte meine Frau bei mir zu bleiben. Jetzt brauche ich ihre Hand und m├Âchte auf dem letzten Wegst├╝ck mit ihr meine Gedanken und Gef├╝hle teilen.

Wo ist diese Woche geblieben? Solange vorbereitet und so schnell vorbei. Aber: es war toll eine Wallfahrt als erster Brudermeister zu erleben und ich w├╝rde es jederzeit wieder tun. Auch wenn es viel Zeit kostet, aber das ist es wert.

Wie sagte mir ein Alt-Brudermeister: F├╝r den Brudermeister findet die eigentliche Wallfahrt vor der Wallfahrt statt. F├╝r mich pers├Ânlich muss ich sagen: ja, das stimmt. Teilweise. Nat├╝rlich setzt man sich in der Vorbereitung mit ÔÇ×ThemensucheÔÇť und ÔÇ×TextauswahlÔÇť schon sehr intensiv auseinander. Aber das Erlebnis in der Gruppe, zu sehen und zu f├╝hlen wie die Gruppe auf das, was man vorbereitet hat reagiert, wie sie es aufnimmt, was man zur├╝ck bekommt, an Worten, an Gef├╝hlen, an GestenÔÇŽ.. all das hat man ja nur w├Ąhrend der Wallfahrt. Und obwohl wir noch gar nicht bei der Brudermeisterverabschiedung sind, habe ich jetzt schon einen dicken Klo├č im Hals.

Schade ÔÇŽvorbei, dass Brudermeister sein. Doch dieses Erlebnis und diese Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen.

Bei der Brudermeisterverabschiedung kann ich den vorbereiteten Text, der sich mit dem Thema ÔÇ×Freundschaft – tragen und getragen werdenÔÇť besch├Ąftigt, noch einigerma├čen vortragen. Aber w├Ąhrend des Dankes an die Gruppe versagt dann meine Stimme den Dienst.

Ich sch├Ąme mich meiner Tr├Ąnen vor der Gruppe nicht, denn sie kommen von Herzen.

Von unseren Musikern erhalten Peter, Petra und ich ein Lied als Dankesch├Ân. Es ist ein wunderbarer Moment den wir Drei genie├čen d├╝rfen. Die anschlie├čende Gratulationskur f├Ąllt leichter als gedacht, bei soviel Zuspruch und guten Worten…

Als wir uns auf den Weg runter nach B├╝desheim machen, nehme ich meine Frau zur Seite und sage ihr, dass ich mich richtig gut f├╝hle; jetzt, wo ich mir sicher bin, auf dem Weg der vergangenen Tage viele Pilgerinnen und Pilger erreicht zu haben. Denn das bedeutet f├╝r mich: ich habe das Ziel, das ich mir f├╝r die Wallfahrt gesetzt habe, erreicht.

Wie hei├čt es so sch├Ân? Der Weg ist das Ziel.

8. Wallfahrtstag (Samstag, 04.06.2011)

Heute geht es nach Hause.

Und wieder stelle ich mir an diesem Morgen die Frage: wo ist diese Woche geblieben? Als Pilger hat man ja schon das Gef├╝hl, dass die Wallfahrtswoche immer schnell vorbei ist. Aber als Brudermeister geht sie scheinbar noch schneller um. W├Ąhrend der Busfahrt Richtung Schloss Rheydt mache ich mir so meine Gedanken: Es war eine tolle Woche, auch als Brudermeister. Nein, eigentlich gerade als Brudermeister. Ja! Gerade als Brudermeister! Es ist sch├Ân, dass ich das ÔÇ×Brudermeister seinÔÇť erleben durfte, und ich bin mir sicher, dass ich von dieser Woche noch lange zehren und sie nie vergessen werde.

Wir erreichen Schloss Rheydt. Das Kreuz und die Piken werden geschm├╝ckt und wir machen uns bei herrlichem Sonnenschein auf den Weg nach Neuwerk. Obwohl ich kein ausgesprochener Fan von Rosenkr├Ąnzen bin, ist es doch schade, dass wir jetzt den letzten Rosenkranz dieser Wallfahrt beten.

Wir erreichen den Matthiasstein. Dort komme ich noch mal auf das Thema unseres ersten Wallfahrtstages zur├╝ck: Zeit.

Der anschlie├čende nochmalige Dank an alle f├Ąllt mir sehr schwer. Aber warum sollte ich meine Gef├╝hle unterdr├╝cken. Sie geh├Âren zu mir. Nachdem sich alle voneinander verabschiedet haben, machen wir uns auf das letzte Teilst├╝ck und werden vor der Neuwerker Kirche von vielen Verwandten, Bekannten und Freunden herzlich empfangen.

Am Matthiasbildstock lese ich meinen letzten Text und wir beten das letzte Gebet aus meiner Wallfahrtsmappe. Nach der Einzugsmesse in der Klosterkirche singen wir drau├čen noch gemeinsam zum Abschluss das ÔÇ×Neuwerker HeimatliedÔÇť und ÔÇ×Nach der HeimatÔÇť.

Noch einmal brechen die Gef├╝hle durch,ÔÇŽTr├ĄnenÔÇŽ.nicht nur bei mir. Das warÔÇÖ s.

Wallfahrt zu Ende.

In meinem Kopf und in meinem Herzen aber noch lange nicht.

Zum Abschluss meines Berichtes m├Âchte ich mich noch mal bedanken.

Zun├Ąchst einmal bei allen Pilgerinnen und Pilgern der Fr├╝hjahrswallfahrt 2011. Ohne euch, ohne euren Zuspruch, ohne eure guten Worte, ohne eure Aufmerksamkeit und ohne euer Mitmachen, w├Ąre diese Wallfahrt nicht das geworden was sie war. Euch allen meinen allerherzlichsten Dank. Danke sagen muss ich unserem Vorstand, der zum einen dem Vorschlag von Renate gefolgt ist, und mir sein Vertrauen ausgesprochen hat in Form der Wahl zum Brudermeister. Zum anderen aber auch, weil er einen riesigen Anteil der notwendigen, organisatorischen Vorbereitungen einer Wallfahrt durchf├╝hrt. Dank an euch.

Ein ganz dickes Dankesch├Ân geb├╝hrt unserem Fahrerteam. Nur durch unsere Fahrer ist eine Wallfahrt, wie wir sie durchf├╝hren, ├╝berhaupt m├Âglich. Ich m├Âchte jetzt nicht aufz├Ąhlen was dieses Team so alles macht, denn es ist wirklich viel. Vom Koffer einÔÇô und ausladen bis zum gef├╝llten, griffbereiten Wasserbecher an den Raststellen, und den vielen Dingen im Hintergrund, die man als Pilger oft gar nicht wahrnimmt. Euch allen vielen, vielen Dank.

Ebenfalls geht mein nochmaliger Dank an unsere Fu├čpflegerin Uli, die mit ihrem Einsatz daf├╝r gesorgt hat, dass so mancher Fu├č doch durchgehalten hat. Insbesondere Danke daf├╝r, dass du jeden Abend, wenn die anderen schon beim Bierchen sa├čen, noch deine Zeit geopfert hast. Vielen Dank daf├╝r.

Ein besonderer Dank auch an unseren Generalmusikdirektor Mucki. F├╝r die musikalische Vorbereitung insbesondere mit dem Pilgerchor, der mir pers├Ânlich den gro├čen Wunsch erf├╝llt hat, in der Krypta und in der Marienkapelle einige Gospellieder zu singen. Daf├╝r auch den Mitgliedern des Pilgerchors vielen Dank, dass ihr im Vorfeld der Wallfahrt eure Freizeit f├╝r die Proben geopfert habt. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich vom Ergebnis sehr angenehm ├╝berrascht war. Ihr habt wirklich toll gesungen. Danke.

 Bedanken m├Âchte ich mich nat├╝rlich noch mal ganz herzlich bei unserem Kreuztr├Ąger Peter, der sich sofort als ich ihn damals gefragt habe, bereiterkl├Ąrt hat dieses Amt zu ├╝bernehmen.. Was mich pers├Ânlich ganz besonders gefreut hat, dass Peter auch bereit war einige Texte mit vorzutragen. 

Ich denke er hat beides sehr gut gemacht. Lieben Dank, Peter.

 Und selbstverst├Ąndlich geht ein ganz gro├čes Dankesch├Ân noch mal an meine ÔÇ×kleine SchwesterÔÇť und zweite Brudermeisterin Petra. Sie hatte w├Ąhrend der Vorbereitungsphase immer ein offenes Ohr f├╝r mich. Petra hat einige Aufgaben bereits im Vorfeld der Wallfahrt ├╝bernommen und mich damit entlastet. Ich brauchte nur ÔÇ×PiepÔÇť zu sagen und sie war da. Daf├╝r ganz herzlichen Dank liebe Petra!

Dir w├╝nsche ich f├╝r dieses Jahr, dass du genauso eine tolle Pilgergruppe hast, wie ich sie hatte, und dass du mit deiner zweiten Brudermeisterin Uli so harmonieren wirst, wie es bei uns beiden war.

Ich w├╝nsche dir von ganzem Herzen, dass auch du von deiner Wallfahrt heimkehrst mit dem Gef├╝hl, dass du ÔÇ×deineÔÇť Pilgerinnen und Pilger erreicht hast. Aber auch, dass du dein pers├Ânliches Ziel f├╝r die Wallfahrt erreicht hast. Deshalb alles, alles Gute f├╝r deine Wallfahrt 2012.

Ich hoffe mein Bericht war nicht zu langweilig, und ich bedanke mich f├╝r euer Zuh├Âren.

Wallfahrtsbilder

Wallfahrtstexte