Frühjahrswallfahrt 2013

Ohne Dein lebendig Wehn,
kann im Menschen nichts bestehn

Die Pilgergruppe

1. BrudermeisterUlrike Prinzen
2. BrudermeisterStefan Pesch
Kreuzträger
Georg Brüggen

Teilnehmer der Wallfahrt

Die Teilnehmer der Frühjahrswallfahrt 2013

NachnameVornameAnzahl Wallfahrten
AbrahamsManfred20
BröckenDieter1
BrüggenGeorg8
BrüggenStefan7
BrußHildegard18
ClassenRolf7
DreimüllerMarion3
FrickeAnke11
FrohnHildegard13
GörgemannsThomas20
GüntherBernd21
HeltenBirgit9
JansenDavid1
KnopsMaria2
KönningHans-Gerd1
KreuelsSusanne27
LeppersMarco5
LüpertzMia14
LüpertzWilli24
MoersAngelika15
PeschStefan6
PillichMagdalena6
PoosIlse5
PrinzenClaudia9
PrinzenHans-Willi15
PrinzenUli11
PustelnySiggi18
SchimanskiMarjan3
SchmeesAlexandra1
Schmidt-GüntherAngelika10
SchmitzStephan28
SchmitzThomas26
SchröerStefanie1
SchulzAdelheid1
StrunkRainer20
von der WeydtJosef1
WoltersAngela21

Gedanken zum Jahreswort

Unser diesjähriges Jahreswort ist dem Hymnus von Erzbischof Canterbury aus dem 12.Jahrhundert entnommen.

Auf den ersten Blick erscheint es auch sehr veraltet. Doch bei näherer Betrachtung nach wie vor zeitgemäß.

In einem unserer Pfingstlieder finden wir die Textstelle wieder:

Ohne Dein lebendig Wehn, kann im Menschen nichts bestehn.

Worauf soll dieses Jahreswort hinweisen?

Es soll uns wieder an die Kraft des Heiligen Geistes, Gottes Geist, der uns geschenkt wurde und der in uns belebend wirkt, erinnern.

Denken wir an das Pfingstevangelium: die Apostel hatten sich nach dem Tode Jesu in ihrem Haus eingeschlossen, waren ängstlich, mutlos und ohne Antrieb.

Da bewegte der Heilige Geist ihre Sinne, sie wurden tatkräftig, sind hinausgegangen und haben mutig zu den Menschen gesprochen. Der Heilige Geist hatte durch sein lebendiges Wehen ihnen Aufmunterung und innere Stärke verliehen.

Auch wir kennen Situationen, wo nichts mehr geht, wo man meint, es gibt keinen Ausweg und alles ist zu Ende. Wenn wir uns dann auf das lebendige Wehen des Heiligen Geistes einlassen und uns besinnen, so kehrt unser innerer Schwung mit Stärke im Willen und Tun zurück.

Gerade als Pilger auf dem Weg nach Trier spürt man doch immer wieder das Wirken des Heiligen Geistes. Wie oft kommt es vor, dass man unterwegs vor Müdigkeit, vor lauter Beschwerden und Überlastung aufgeben möchte und doch nicht nachgibt und weitergeht. Oder, wenn 1 oder 2 Pilger einen dritten, der erschöpft ist, in die Mitte nehmen, ihn in ein Gespräch verwickeln und ihn so zu neuem, inneren Antrieb verleiten.

Auch in diesen alltäglichen und beiläufigen Ermunterungen ist der Heilige Geist lebendig und hält ein sich Aufgeben und Gleichgültigkeit von uns fern. Er stärkt uns in Beharrlichkeit.

Der Geist zeigt sich somit in seinen Wirkungen; damit ist auch ein Maßstab gegeben, was Leben und Handeln eines „geistbegabten“ Menschen ausmacht.

Wir alle sind Getaufte und Gefirmte „Geist-Beschenkte“. Wenn wir uns „begeistern“ lassen, können wir den Geist Jesu, den Geist Gottes, den Heiligen Geist auch in unserer Zeit spürbar und lebendig werden lassen.

Bericht des Brudermeisters

Entgegen alter Gewohnheiten, trage ich Euch heute meinen Bericht über die letztjährige Frühjahrswallfahrt in Form einer kleinen Geschichte vor.


Bevor ich am Samstag, dem 4.5.2013 mit meinem Kreuzträger Georg Brüggen, meinem 2. Brudermeister Stefan Pesch und weiteren 35 Pilgern Richtung Trier aufgebrochen bin, war ich in einem ganz besonderen Laden einkaufen: Dem „Himmelsladen“. Dort waren viele überraschende, schöne, wohltuende, aber auch sehr praktische Dinge zu finden, die man für eine Wallfahrt gut gebrauchen konnte.

Sofort im ersten Regal fand ich: Begeisterung. Ich packte so viel ich tragen konnte in meinen Korb, denn ich wollte möglichst viel davon für alle Pilger mitnehmen und an alle verteilen. Als dann abends auf der Sophienhöhe Stefan noch einen Anruf vom Heiligen Geist bekam, wusste ich, dass Begeisterung grenzenlos sein kann und nicht nur uns Pilger durch den ersten Tag begleitet hat.

Weiter im Laden fand ich in einem unscheinbaren Regal Friede, Freude und …Wunder! Ja, das war etwas für unseren zweiten Pilgertag. Wunder geschehen; das haben wir in Voissel gesungen und erkannt, dass jeder, mit seiner einzigartigen Geschichte selbst ein Wunder ist und dass wir das Wunderbare im Alltäglichen sehen sollten. Wir erreichten bei wunderbar sonnigem Wetter das Haus Dalbenden in Urft und hatten einen wundervollen Abend.

Im Himmelsladen gab es auch eine Drogerieabteilung. Dort besorgte ich für uns alle einen Spiegel. So hatten wir am Montag, dem 6.5.2013 alle die Gelegenheit, uns im Spiegel zu betrachten und zu hinterfragen, wer wir eigentlich sind und ob wir doch nicht das ein oder andere Mal im Leben eine Maske tragen…? Ja und manchmal muss erst etwas kaputt gehen, so wie ein großer Spiegel in 1000 Stücke zerbricht, bis wir andere sehen, weil wir uns oft nur selbst sehen.

Und die Frage, ob wir lieber mit einem Engel oder einer Katze zusammenleben, konnte jeder vom Drei-Wege-Eck bis Büdesheim an diesem späten Nachmittag selbst beantworten, denn Engel wohnen nur bei fehlerfreien Menschen; allein schon deswegen hatte sich für mich diese Frage sowieso schon erübrigt.

An diesem Tag musste leider eine Mitpilgerin unsere Gruppe verlassen und den Heimweg antreten, so dass wir unseren weiteren Weg nur noch mit 37 Pilgern fortführten.

Für den 4. Tag fand ich in einem Regal des Ladens kleine Kreuze, genau passend zum Tagesthema: „Kreuz & Quer“. Dazu gab es noch ein neues Verkehrsschild mit einem Kreuz in der Mitte; Achtung! Vorsicht! Kreuzigen sie keinen Menschen! Eine besonders schöne Erfahrung war die herzliche Verbundenheit mit der Aachener Pilgergruppe beim gemeinsamen Kreuzweg und der anschließenden Eucharistiefeier am Neuwerker Kreuz, die von Horst Straßburger gehalten wurde.

So, nun stand ich im Laden und wollte etwas Besonderes für den fünften, den besonderen, den großen Tag unserer Wallfahrt einkaufen, ich fand: Bewegung.

Die Aufnahme der 7 Neupilger in unsere Bruderschaft, der Einzug in Trier, wo uns zum letzten Mal Bruder Hubert als Pilgerpater in Empfang nahm, die Dankandacht in der Krypta von St. Mattheis: alles Momente, die uns alle bewegten. Bewegung ist Leben, Weg und Wagnis. Unser Weg ist auch jetzt noch nicht zu Ende, denn wir bleiben in Bewegung. Wir erfuhren Ermutigung zu mehr, als wir je sein können.

Für den 6. Tag kaufte ich im Laden Achtsamkeit ein, es war im Angebot, und ich packte viel davon ein, denn davon kann man ja nie genug haben. Pater Hubert verabschiedete uns schweren Herzens in der Marienkapelle und wir traten den Rückweg Richtung Burg Ramstein an.

Für Freitag, den 10.5.2013, erwarb ich im Himmelsladen in der „Abteilung für außergewöhnliche Geschenke“ eine große Portion Mut für uns alle, damit wir es schafften, auch einmal „gegen den Strom“ schwimmen zu können. Nun besaßen wir auch die Kraft, um uns am Eisenmännchen genug Zeit zu nehmen um „auszurasten“.

Aufgrund von kühlen Temperaturen und stürmischen Windböen hielten wir die letzte Andacht der Wallfahrt 2013 in der Kapelle in Neuheilenbach. Mein Vorrat aus dem Himmelsladen war nun aufgebraucht, oder besser gesagt, an alle verteilt. Ich dachte meine Taschen seien nun leer, aber nach der Brudermeisterverabschiedung stellte ich mit Erstaunen fest, dass mit Hilfe aller Pilger alles wieder aufgefüllt war und meine Taschen überquollen von besonderen Ereignissen, Glück und Freude, Dankbarkeit und Zuversicht.

Samstag erreichten wir gegen 13 Uhr Neuwerk, wo uns Pfarrer Biste und unsere Freunde und Familien in Empfang nahmen. Ein unvergessliches Erlebnis ging für mich zu Ende. Ich danke noch mal allen, die mich in dieser Zeit unterstützt haben.

Jetzt fragt sich sicher der ein oder andere, wo dieser Himmelsladen eigentlich ist? Der Weg dorthin ist nicht leicht zu finden und gelegentlich auch beschwerlich. Die Tür zu diesem Laden findet ihr in Eurem Herzen.

Die Jahreslosung der Wallfahrt 2013 lautete: „Ohne Dein lebendig Wehn, kann im Menschen nichts bestehn“. Das heißt für uns, dass Gottes Geist eine belebende Kraft ist, die uns antreibt, vorwärts bringt und uns begeistert. Genau dass verbindet die Frühjahrs- und die Herbstwallfahrt miteinander. Wenn der Geist Gottes im Menschen wohnt, dann sind wir in Bewegung, in Bewegung, St. Mattheis zu erreichen und in Bewegung, uns selbst zu entdecken.

Dem Team der Frühjahrswallfahrt 2014, als auch der Herbstwallfahrt 2014 wünsche ich eine ebenso durch Gottes Geist lebendige Wallfahrt, in der Begeisterung spürbar wird.

Wallfahrtsbilder

Wallfahrtstexte