Pilgerwege

Den Weg von Neuwerk nach Trier, so wie ihn Generationen von Pilgern gegangen sind, gibt es schon lange nicht mehr.

Durch die nach dem Krieg immer stärker werdende Verkehrsdichte auf vormals beschaulichen Landstraßen („Bitburger Chaussée“), durch das Wegbaggern ganzer Landstriche und Ortschaften („Königshoven“) mitsamt ihren traditionellen Pilgerwegen, durch die sich weiter ausbreitenden Braunkohlentagebaue, denen immer noch alte Pilgerwege und Ortschaften („Manheim“) zum Opfer fallen, sowie durch den zunehmenden Ausbau des immer dichter werdenden Autobahn- und Straßennetzes, durch welches traditionelle Wegführungen von heute auf morgen zerschnitten und unpassierbar wurden, sahen sich die Pilger in den letzten Jahrzehnten immer wieder vor die Notwendigkeit gestellt, ihren Pilgerweg den jeweils neuen Gegebenheiten entsprechend anpassen zu müssen.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Während die oben genannten „traditionellen“ Gründe für Wegänderungen mittlerweile in den Hintergrund getreten sind, sehen sich die Pilger seit längerem allerdings mit einem neuen Problem konfrontiert, das ebenfalls immer wieder aufs Neue zu teilweise drastischen Wegänderungen zwingt.

Das Problem liegt im „Massensterben“ der letzten Gaststätten auf den Pilgerwegen begründet („Eicks, Esch, Glaad, Lissendorf, Zingsheim, Malberg, usw.“), auf die die Pilger aber zur Rast und Einkehr (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) dringend angewiesen sind, sowie im „Wegbrechen“ der Privatquartiere zum Übernachten in Dörfern („Manheim, Blatzheim, Zingsheim“).

Den Pilgerweg nach Trier gibt es also seit langem nicht mehr. Immer wieder bestand für die Pilger die Notwendigkeit, den Weg entsprechend anzupassen und zu verändern. Und das ist auch heute noch so.